Frauenhände halten einen Teller, auf dem sich ein mit Blüten verzierter kleiner Kuchen befindet

Motivation mit der „Eat The Cake First“-Methode

Für eilige Leser: Alles Wichtige im Überblick

  • "Eat the Cake First" setzt auf positive Aufgaben für einen leichten Tagesstart. 
  • Selbstwirksamkeit und Flow sind wichtige Prinzipien von Motivation.
  • "Eat the Cake First" schafft schnelle Erfolge, erfordert aber Disziplin.

Ausführlicher erfährst du alles Wissenswerte in diesem Artikel.

Unser Gehirn ist erstaunlich.

Jeder Mensch tickt anders.

Und deshalb gibt es auch nicht die eine Methode, das beste Tool oder die einzige richtige Herangehensweise, um etwas zu tun.

So ist es auch bei der Motivation.

In einem anderen Blogbeitrag hatte ich von der "Eat-the-Frog"-Methode berichtet und erklärt, wie sie helfen kann, motiviert in den Tag zu starten.
Zur Erinnerung: Dabei geht es darum, den Tag mit einer unangenehmen Aufgabe zu beginnen, um die mentale Last möglichst schnell aus dem Kopf zu bekommen und dann freier an die weiteren Themen des Tages zu gehen.

Doch was ist, wenn das bei einem selbst überhaupt nicht funktioniert?

Dann hilft vielleicht genau die entgegengesetzte Strategie: 

Iss einen Kuchen 🍰 anstatt einen Frosch 🐸!

Motivation durch Erfolgserlebnisse oder positive Verstärkung

Bevor ich die "Eat the Cake First"-Methode näher erkläre, möchte ich dir zunächst die zwei grundlegenenden Herangehensweisen bei der Motivation erläutern.

(1) Selbstwirksamkeit als Motivationsschub

Eine Art der Motivation beruht auf dem Prinzip der Selbstwirksamkeit nach Albert Bandura, also die subjektive Überzeugung, eine Aufgabe oder ein Ziel erreichen zu können. Bandura identifiziert vier Hauptquellen, die die Selbstwirksamkeit beeinflussen:

  • Bewältigungserfahrungen: Erfolgreiche Erfahrungen stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
  • Soziales Modellieren: Das Beobachten erfolgreicher Vorbilder kann die eigene Selbstwirksamkeit steigern.
  • Ermutigung: Verbale Bestätigung und Unterstützung durch andere fördern die Überzeugung, Herausforderungen meistern zu können.
  • Physiologische Zustände: Körperliche Reaktionen wie Stress oder Entspannung können die Selbstwirksamkeit beeinflussen.

Studien zeigen, dass eine hohe Selbstwirksamkeit zu mehr Motivation, besserer Leistungsfähigkeit und größerer Resilienz führt.

Bei der "Eat-the-Frog"-Methode schafft das frühe Erledigen einer unangenehmen Aufgabe ein sofortiges Erfolgserlebnis. Dies setzt Endorphine (Glückshormone) frei und steigert die Motivation für den Rest des Tages. Die Forschung bestätigt, dass frühe Erfolge die Selbstwirksamkeit und Zufriedenheit erhöhen und Prokrastination reduzieren, da unvollendete Aufgaben sonst als mentale Belastung wirken.

(2) Motivation durch positive Verstärkung

Manche Menschen motivieren sich hingegen besser, wenn sie mit einer angenehmen, einfachen oder kreativen Aufgabe starten. Dies aktiviert intrinsische Motivation und schafft eine positive Grundstimmung, die die Produktivität für den Rest des Tages fördert. Die Forschung zeigt, dass Freude an der Arbeit die Leistungsfähigkeit steigert, insbesondere bei kreativen oder komplexen Tätigkeiten.

Ein zentrales Konzept hierfür ist die Flow-Theorie von Mihály Csikszentmihalyi. Flow beschreibt einen Zustand, in dem Menschen vollständig in einer Tätigkeit aufgehen. Dieser Zustand tritt auf, wenn die Anforderungen einer Aufgabe und die Fähigkeiten der Person im Gleichgewicht sind. Dabei ist Flow meist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Vollständige Konzentration auf die Tätigkeit
  • Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein
  • Verlust des Zeitgefühls
  • Direktes Feedback über den Fortschritt
  • Gefühl von Kontrolle über die Situation
  • Intrinsische Motivation

Flow-Erlebnisse fördern nicht nur die Produktivität, sondern auch das subjektive Wohlbefinden. Sie treten besonders bei Tätigkeiten auf, die weder unter- noch überfordern, und sind ein zentraler Faktor für langfristige Motivation und Zufriedenheit.

Mehr über die Flow-Theorie kannst du auch in meinem Artikel Motivation für Selbstständige erfahren.

Die "Eat the Cake First"-Methode: Wie positive Verstärkung deine Motivation steigert

Wenn du also eher zu Typ 2 gehörst, dann starte mit einer "süßen" Aufgabe. Wähle eine angenehme Aufgabe, die du in 10 bis 20 Minuten schaffen kannst. Starte deinen Tag genau damit, nutze diesen Schwung (oder auch Flow) und wechsle dann bewusst zu deinen wichtigsten Prioritäten. Das kann dann auch ein "Frosch" sein.

Für wen eignet sich die "Eat the Cake First"-Methode besonders?

Die "Eat The Cake"-Methode ist besonders gut für Menschen geeignet, die mit einer motivierenden Aufgabe in den Tag starten wollen.

Die Methode ist besonders hilfreich, wenn du ...

  • morgens schwer in Fahrt kommst
  • ein schnelles Erfolgserlebnis brauchst
  • dich vor dem Start großer Aufgaben drückst
  • besonders stressige Tage hinter/ vor dir hast
  • gerade stark überfordert bist.

Vor- und Nachteile der "Eat the Cake First"-Methode

Keine Methode ist perfekt. So ist es auch bei "Eat The Cake". Sie bringt viele Vorteile mit sich, hat aber auch ihre Tücken. Wäge für dich ab, ob sie für dich passt.

Vorteile:

  • schneller Einstieg in den Tag
  • Gutes Gefühl und frühes Erfolgserlebnis
  • fördert Motivation und Flow
  • reduziert mentale Startwiderstände

Nachteile:

  • Gefahr, zu lange bei "Wohlfühlaufgaben" zu bleiben 
  • Wichtige Aufgaben rutschen leicht nach hinten 
  • Kann zum Prokrastinieren verleiten
  • erfordert Disziplin, um nach dem "Kuchen" wirklich zum "Frosch" zu wechseln 

Alternativen zu „Eat the Cake First“

Neben "Eat The Frog" gibt es auch noch andere Methoden, die dabei helfen können, die Motivation zur Erledigung von Aufgaben zu steigern und ihre Bearbeitung zu erleichtern.

Pomodoro-Technik

Die Pomodoro-Technik ist eine Zeitmanagement-Methode, bei der die Arbeit in spezielle Zeitintervalle unterteilt wird, die von kurzen definierten Pausen unterbrochen werden. Diese Methode hilft, die Konzentration zu steigern und Prokrastination zu reduzieren, indem sie komplexe Aufgaben in überschaubare Abschnitte unterteilt.

Mehr dazu erfährst du in meinem Artikel Tomatenzeit: Effizient arbeiten mit der Pomodoro-Methode.

Eisenhower-Matrix

Die Eisenhower-Matrix hilft, Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit zu priorisieren. Aufgaben werden dafür in vier Kategorien eingeteilt. Diese Methode fördert eine klare Priorisierung und verhindert, dass unwichtige Aufgaben zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

Ein genauere Erklärung der Matrix habe ich im Artikel Richtig priorisieren mit der Eisenhower-Matrix gegeben.

Time-Boxing

Beim Time-Boxing wird jeder Aufgabe ein fester Zeitrahmen zugewiesen. Dies fördert die Disziplin und verhindert, dass Aufgaben unnötig in die Länge gezogen werden. Die Methode eignet sich besonders für Menschen, die dazu neigen, zu viel Zeit in Details zu investieren. 

Hierzu findest du im Artikel Masterplan für deine Tagesstruktur: Wie du mit Time-Boxing das beste aus deinem Tag machst ausführliche Informationen.

Fazit: Welche Methode passt zu dir?

Selbstwirksamkeit und Flow nutzen unterschiedliche psychologische Hebel: "Eat the Frog" setzt auf Disziplin und Erleichterung, "Eat the Cake First" auf positive Verstärkung. Welche Methode besser funktioniert, hängt von deiner Persönlichkeit, der Situation und deinen Aufgaben ab.

Ich selbst bevorzuge keine der beiden Herangehensweisen, sondern mache sie sehr von meiner aktuellen Motivation und Tagesform abhängig. Beide Methoden haben ihre Stärken, doch manchmal ist es einfach nur ein Gefühl, das darüber entscheidet, was jetzt das beste Vorgehen ist.

Wie ist es bei dir? Fühlst du dich eher motiviert, wenn du unangenehme Aufgaben direkt erledigst und danach erleichtert durchstartest? Oder brauchst du den leichten, motivierenden Einstieg, um in Schwung zu kommen? Oder ist es eine Mischung aus beidem?

Kommentiere gerne unter diesem Beitrag. Ich freue mich darauf, zu lesen, wie du deinen Tag gestaltest und was dich persönlich antreibt.

Titelbild: Foto von Heather Barnes auf Unsplash

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