Mit vier einfachen Schritten jeden Arbeitsablauf nachhaltig verbessern

Wie du mit E.K.U.V. jeden Arbeitsablauf spürbar verbessern kannst

Manche Methoden gehen einem so in Fleisch und Blut über, dass man sie gar nicht mehr bemerkt. So ist es mir vor Kurzem gegangen. Bei einer Online-Veranstaltung hatte ich mit ein paar inhaltlichen und technischen Herausforderungen zu kämpfen. Die Teilnehmenden haben es zum Glück nicht gemerkt. Aber für mich war klar, dass ich das optimieren muss. Ganz intuitiv ging ich bei dieser Optimierung mit der EKUV-Methode vor.

Was ist die EKUV-Methode?

Ursprünglich stammt diese Methode aus der Arbeitswissenschaft, im Speziellen aus dem Methods-Time-Measurement, und sie wird üblicherweise für die Fließbandarbeit und Serienfertigung eingesetzt. EKUV steht dabei für Eliminieren, Kombinieren, Umstellen und Vereinfachen. Ziel ist es dabei, Arbeitsabläufe einfacher, sicherer und effizienter zu gestalten.

Auch wenn die Methode aus der Industrie stammt, kann man sie genauso für die Kopfarbeit, das persönliche Zeit- und Selbstmanagement und auch die Teamarbeit anwenden.

Wie geht man bei der EKUV-Methode vor?

Wie die einzelnen Schritte schon andeuten, betrachtet man eine Tätigkeit oder einen Prozess aus verschiedenen Perspektiven, um das Gesehene dann zu verbessern. 

Das kann man entweder durch einfaches Beobachten tun oder auch durch das Aufschreiben der Tätigkeiten, die in einem Arbeitsablauf stattfinden. Dann geht man die jeweiligen Schritte der EKUV-Methode nacheinander durch. 

In meinem konkreten Beispiel hieß das, das Konzept und die Durchführung meiner Online-Veranstaltung zu untersuchen, alle Schritte aufzuschreiben und die Schwachpunkte und Schwierigkeiten klar zu markieren. Danach bin ich die folgenden Punkte nacheinander durchgegangen.

Eliminieren

Beim Eliminieren geht es darum, sich zu fragen, ob eine Tätigkeit oder ein Arbeitsschritt tatsächlich nötig oder sinnvoll ist oder ob es genauso gut auch ohne gehen würde. Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist:

„Was passiert, wenn ich es einfach weglasse?“

In meiner Online-Veranstaltung habe ich deshalb geschaut, welche Inhalte tatsächlich nötig sind und welche nur „Nice-to-have“ oder optional. Daraufhin habe ich in meiner Veranstaltungspräsentation einige Folien gelöscht, die für das eigentliche Thema keinen Mehrwert geliefert haben.

Beispiele für deinen Alltag:

  • Meetings ohne Tagesordnung oder Entscheidungsbedarf
  • Berichte, die niemand liest
  • Doppelte Freigaben
  • Abstimmungsschleifen
  • "Weil-wir-das-schon-immer-so-machen“-Aufgaben

Kombinieren

Dieser Schritt bringt dich dazu zu überlegen, welche Tätigkeiten du zusammenlegen kannst, anstatt sie einzeln durchzuführen.

In meiner Online-Veranstaltung waren es zum Beispiel 2 Reflexionsfragen, die ich den Teilnehmenden zu verschiedenen Zeitpunkten gestellt hatte. Nachträglich habe ich festgestellt, dass sie als kombinierte Einstiegsfrage zu Beginn deutlich wirkungsvoller sein können.

Beispiele für deinen Alltag:

  • Ähnliche Telefonate und Gespräche Bündeln, statt über den Tag verstreut
  • Feedback-Runden zusammenlegen statt drei einzelne Abstimmungen
  • Erledigungen auf dem Weg mitnehmen
  • Zeitblöcke für E-Mail, Rechnungen, Admin-Kram

Umstellen

Manchmal machen Tätigkeiten mehr Sinn, wenn man ihre Reihenfolge verändert. Deshalb habe ich zum Beispiel die Inhalte meiner Veranstaltung noch einmal neu zusammengesetzt.

Gleichzeitig kann Umstellen auch bedeuten, etwas physisch oder auch digital neu anzuordnen. Und auch das passte für meine Veranstaltung ganz gut. Denn ich musste immer wieder zwischen verschiedenen Bildschirmen, Ansichten und offenen Fenstern hin- und herspringen. Auch das habe ich für mich angepasst.

Beispiele für deinen Alltag:

  • Reihenfolge: Wichtige Aufgaben in die für dich produktivste Tageszeit legen statt reaktiv abzuarbeiten
  • Physisch: Werkzeuge/Unterlagen näher an den Ort bringen, wo sie gebraucht werden (Schubladen, Schreibtisch, Schränke)
  • Digital: Ordnerstruktur so umbauen, dass man nicht mehr sucht (z.B. mit Hilfe der 7-Ordner-Methode)
  • Einen Zwischenschritt vorziehen, um Wartezeit zu vermeiden

Vereinfachen

Der letzte Schritt macht die Umstellung noch leichter. So habe ich mich zum Beispiel gefragt, wie ich online meine Präsentation technisch einfacher durchführen kann. Eine neue Software und ein zusätzliches Gerät erleichtern mir jetzt die Arbeit.

Beispiele für deinen Alltag:

  • Textbausteine/Vorlagen für wiederkehrende E-Mails
  • KI für einfache Automatisierungen
  • Digitalisierung von Papierprozessen
  • Weniger Klicks in Software-Workflows

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Welche Aufgaben und Abläufe lassen sich mit EKUV verbessern?

Ich empfehle dir, die EKUV-Methodik immer dann anzuwenden, wenn du wiederkehrende Aufgaben und Tätigkeiten hast. Besonders bei diesen lohnt sich eine genaue EKUV-Betrachtung. Denn je häufiger du diese Tätigkeit durchführst, umso mehr zahlen sich schon kleine Verbesserungen aus.

Schau dir zum Beispiel deine regelmäßige Buchhaltung an, deine Abgleiche mit deinen Mitarbeitenden, das Erstellen von Berichten oder die Organisation deines Arbeitstages.

Fazit

Wenn du das Gefühl hast, länger zu brauchen als geplant oder womöglich Zeit zu verplempern, lohnt sich ein strukturierter Blick auf deine Tätigkeiten. Mit der EKUV-Methodik hast du eine sinnvolle erprobte Herangehensweise, um dich, deine Arbeit und dein Zeitmanagement zu beleuchten und nachhaltig zu verbessern. Betrachte es als Werkzeug, mit dem du die Organisation deiner Tätigkeiten justieren kannst und letztendlich entspannter durch den Tag gehen wirst.

Was kommt dir als erste Tätigkeit in den Sinn, bei der du die EKUV-Methode direkt ausprobieren kannst? Schreib mir gerne, ich bin neugierig.

Titelfoto von Kelly Sikkema auf Unsplash

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Hi, ich bin André!

Ich bin Prioritäten-Coach aus Haan im Rheinland. Seit über 25 Jahren helfe ich Menschen dabei, sich und ihre Arbeit besser zu organisieren: klarer priorisieren, strukturierter arbeiten, digital aufgeräumt sein.
In meine Artikel lasse ich meine Erfahrungen als Biologe, Lean Manager in der Industrie und Coach einfließen. Hier erfährst du Wissenswertes rund um die Themen Zeitmanagement, Selbstführung, Teamorganisation, Stressbewältigung und Veränderung. Ich stehe für Pragmatismus statt Perfektionismus. Das gilt für meine Arbeit genauso wie für die Tipps auf dieser Website.

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